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Trachten auf dem Oktoberfest in Oregon

Das Leben in den Staaten ist für den Europäer manchmal verrückt. Der „American Way of Life“ ist erstrebenswert, aber nicht unbedingt einfach zu erzielen. Die Amerikaner sind den Europäern in manchen Dingen irgendwie voraus, in anderen Angelegenheiten sind sie deutlich sittsamer, moralischer und mehr an Traditionen gebunden. Vielleicht sind deshalb auch Trachten bei den Amerikanern so beliebt – ebenso, wie das Feiern von Festen im deutschen beziehungsweise europäischen Stil. Eine Gelegenheit, im gut sortierten Trachtenshop.de einzukaufen, sich fein herauszuputzen und eine deutsche Bratwurst mit einem typisch bayrischen Bierglas hochleben zu lassen, findet sich in Amerika auf mancherlei Festivität. Zwischen typisch amerikanischem Klimbim steht dann plötzlich ein verschlafener kleiner Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Spekulatius, und um die Ecke gibt es in einer Stadt ein Fest, das nur zu deutlich dem Oktoberfest in München oder zumindest der deutschen Bierzelt-Kultur nachempfunden ist. Im Bundesstaat Oregon findet sich ein alljährliches Fest, das sogar den gleichen Namen trägt, wie jenes auf der Theresienwiese, jedoch längst nicht das einzige Oktoberfest in den USA darstellt.

Mount Angel – Tradition pur in Oregon

Ein Oktoberfest in Amerika ist, was es ist: Eine Kopie deutscher Festlichkeit mit amerikanischem Charme. Stilecht kommen die Amerikaner aus nah und fern zu diesem Ereignis – und man glaubt es nicht, auch die Gäste aus Deutschland finden sich hier ein. Sie stellen fest, dass manche Dinge im großen Amerika zwar erhältlich, aber irgendwie unnatürlich sind, lassen sich aber von der nachgemachten Gemütlichkeit anstecken und feiern mit den Amerikanern auf den Bierbänken, schunkelnd, erhitzt vom Klatschen und Singen und natürlich vom Bier. Der Countdown in jedem Jahr läuft auf der Homepage www.oktoberfest.org immer bis zum Anstechen des ersten Bierfasses – also ganz nach dem altbekannten Beginn des Oktoberfests. Zum Unterhaltungsprogramm gehören übrigens auch urige Festkapellen. Diese werden in Deutschland ausgesucht, eingeladen und spielen dann in bekannt gemütlicher Bierzeltstimmung auf – oder lassen es mit den typischen Party-Hits richtig krachen, bis das gesamte Zelt auf den Beinen ist und mitklatscht. Vier Bühnen sind voller Stimmung, die unter anderem die deutsche Kapelle „Die Donaumusikanten“ verbreitet.

Auf dem Gelände dieses amerikanischen Oktoberfests in Oregon, USA, gibt es einige Dinge, die zwar dem deutschen Traditionsbereich entlehnt sind, die aber durchaus amerikanisch abgewandelt wurden. In Deutschland gibt es auf dem Oktoberfest in München kein Fahrgeschäft für Kinder oder eine Betreuung für Kinder, während die Eltern feiern. Das ist in den Staaten anders. Hier gibt es eigens einen Kindergarten, in dem die Kinder durch Shows unterhalten, durch Fahrgeschäfte abgelenkt werden, bis die Eltern wieder kommen. Für das leibliche Wohl sorgen bekannte Spezialitäten – und amerikanische Imbiss-Snacks. Neben dem Biergarten vom Oregon Oktoberfest existiert hier auch Weingastronomie – kein Wunder, ist der Weinbau doch ein Steckenpferd des Bundesstaates. Neben einem großzügigen Angebote für Camper und Zelt-Freunde werden den Festgästen noch handwerkliche Besonderheiten der Umgebung und Kunstausstellungen an Ständen gezeigt. Wer mit dem Auto anreist, findet einen bewachten Parkplatz in Festnähe. Unterlassen sollten es die Gäste nicht, auf Traditionsspuren zu wandeln und sich Mount Angel auch außerhalb des Festplatzes anzusehen.

Ausgeprägte Festtradition in Oregon

Wohl aufgrund einer stattlichen Zahl deutscher Siedler, die bis heute ihre Spuren in den USA zeigen, ist in Oregon und auch in anderen Bundesstaaten der USA die deutsche Festtradition sehr beliebt und verbreitet. Die Trachten werden sogar in Verbänden und Volkstanzgruppen getragen, Volkstänze werden einstudiert und damit Brauchtum an einem Ort auf der Erde erhalten, an dem dies eigentlich weniger zu erwarten wäre. Schon im Juli eines jeden Jahres gibt es das Oregon Brewers Festival (www.oregonbrewfest.com), wo zu Ehren des Bierbrauwesens ein großartiges Fest gefeiert wird. Auch in Amerika weiß man zu feiern und es sich gutgehen zu lassen. Dem deutschen Brauchtum, das auf diese Weise in die Welt getragen wird, kann das nur dienlich sein.

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